Es ist vollbracht: Der neue Vorstand ist gewählt

Der Bezirksverband Südhessen positioniert sich

Nahezu einstimmig haben sich die Delegierten der Kreisverbände im Rahmen der Bezirksdelegiertenversammlung der GEW im Bezirksverband Südhessen am 02.02.2026 für Manon Tuckfeld als ihre Vorsitzende ausgesprochen. Manon Tuckfeld nahm die Wahl gerne an. 

 

„Erfreulich, so Tuckfeld, dass der Bezirk deutlich wird und sich aktuellen Herausforderungen beherzt annimmt!“ Der Leitantrag – dokumentiert in der Anlage – der mit großer Mehrheit angenommen wurde, belegt eindrucksvoll die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, verdeutlicht, dass das Geld in dem ohnehin schon hochgerüsteten Staat diese noch vergrößert. Mit Antrag positioniert sich der Bezirk zudem gegen die Engführung des Meinungsspektrums und fordert die offene Debatte auch und gerade über Fragen zu Krieg und Frieden. Er spricht sich eindeutig aus für die Notwendigkeit von Friedensfähigkeit. „Darum fordert der Bezirksverband Südhessen: Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit! Miteinander statt Gegeneinander! Lasst uns Brücken bauen statt Fronten, Verständnis fördern statt Angst und Menschlichkeit über Macht stellen.“

 

Nicht von ungefähr findet im Leitantrag das massive Vorgehen gegen die Gesamtpersonalratsvorsitzende Tuckfeld Erwähnung. „Auch auf unserer regionalen Ebene ist Repression zu spüren: So ist die im Zuge eines vom Schulamt angestrebten Eilverfahrens erfolgte Amtsenthebung einer „sperrigen“ GPRS-Vorsitzenden beispiellos und wird vom ehemaligen langjährigen Vorsitzenden der GEW Hessen, Jochen Nagel, folgendermaßen eingeordnet: „Die faktische Aberkennung eines in einem demokratischen Verfahren von den Wahlberechtigten in unseren Schulen und Seminaren übertragenen Mandats stellt einen schwerwiegenden Eingriff in unsere demokratischen Rechte dar. (Man) muss (…) erkennen, dass autokratische Herrschaftsformen weiter um sich greifen.“

 

Nicht nur dem aktuellen widmete sich die Delegiertenversammlung im gut gefüllten Tagungsraum auf ihrer ganztätigen Veranstaltung. Sie beginnt mit der Ehrung der verstorbenen, meist langjährig aktiven Mitglieder. Ihrer großartigen Verdienste wird in einer Schweigeminute gedacht – die ehrenden Texte sind angefügt –. In diesem Kontext fand auch Thomas Sachs, der nicht Mitglied des BV, war seinen Ehrenplatz.

 

Mit seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht setzt der stellvertretende Vorsitzende, Tony C. Schwarz, den Reigen fort. Zu seinem Tun im Rahmen der eigens im BV Südhessen begründeten „Koordinierungsstelle Basisarbeit“ zählen u.a. Rechtsberatungen, Budgetverantwortung und Planung, Koordination und Durchführung von Kalender- und Broschürendruck, Fahrten wie beispielsweise die alljährliche Fahrt zur didacta und die Studienfahrt der Personengruppe Seniorinnen und Senioren, diversen, fachspezifischen Tagungen, Seminaren und Vorträgen, besonders solche für Kolleginnen und Kollegen in ihren Funktionen als Personalräte an Schulen, in insgesamt acht Kreisen, eben: Aktiv vor Ort.

 

Nach wehmütig emotionaler Verabschiedung des stellvertretenden Vorsitzenden, Tony C. Schwarz, des früheren Vorsitzenden und bisherigen Geschäftsführers, Klaus Armbruster, und des langjährigen Schatzmeisters, Peter Eickelmann, sind die Bezirksdelegierten nunmehr zur Entlastung aufgefordert.

 

Vier Kreisverbände stellen im weiteren Verlauf der Bezirksdelegiertenversammlung ihre Projekte zu Teilentlastungen vor; entsprechende Rechenschaftsberichte liegen den Bezirksdelegierten in Schriftform zur Einsicht vor. Alle Teilentlastungsprojekte zur Unterstützung der Kreisverbände und damit der Basis der GEW werden zur Fortführung einstimmig beschlossen.

 

Ein Kernstück jeder Arbeit darf nicht fehlen. Der Abschluss der Haushaltsperiode 2023 bis 2025 und nach zwei weiteren Punkten der Tagesordnung der Entwurf des Haushalts für die Jahre 2026 bis 2028. Routiniert und hervorragend transparent stellt der alte und späterhin designierte neue Schatzmeister, Peter Eickelmann, unter Benennung auch von Kritik des Revisorenteams die Haushalte vor. Eine Aussprache erfolgt. Die Delegierten verabschieden den Haushalt.

 

Nun gilt es nur noch das Team zu wählen, das für die nächsten drei Jahren die Arbeit für den Bezirksverband aufnimmt; im Einzelnen sind das:

  • 1. Vorsitzende: Manon Tuckfeld, BV Südhessen + KV Wiesbaden-Rheingau, bei einer Enthaltung einstimmig

  • Schriftführerin: Barbara Ludwig, KV Darmstadt-Land, einstimmig

  • Öffentlichkeitsarbeit: Katja Giesler, einstimmig

  • Rechnungsführung: Peter Eickelmann, bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen einstimmig

  • Rechtsberatung: Michael Köditz, Susanne Völpel, beide KV Offenbach-Stadt, und Daniel Gnida, KV Büdingen, als Dreierteam, bei zwei Enthaltungen einstimmig

  • Junge GEW: Dennys Jochum, KV Offenbach-Stadt, bei einer Enthaltung einstimmig

  • Wahlausschuss für 2028: Holger Giebel und Sandra Gasteyer, beide KV Darmstadt-Land

  • Bestätigung der FG Soz-Päd. mit dem Vorsitzendenteam Alan Baner, Martina Kessler und Michael Köditz, bei einer Enthaltung einstimmig

 

Nach Abschluss erfolgreich durchgeführter Wahlen bringt Tony C. Schwarz den von ihm ausgearbeiteten Leitantrag zur „Positionierung gegen Aufrüstung und Krieg“ ein und stellt damit verbundene Inhalte zu Diskussion und Abstimmung, u.a. ein Strategiepapier der Friedensbewegung 2026, die Forderung nach „Keine Bundeswehr an Schulen!“ sowie die Frage zur zukünftigen Fortführung der Positionierung. Der Leitantrag soll als Diskussions- und Debattenbeitrag beim Landesvorstand eingebracht werden. Es wird ein Angebot unterbreitet, sich ganz grundsätzlich zum Thema Kriegsdienst zu befassen. Dazu wird es demnächst eine Veröffentlichung auf der Homepage geben.

 

Gemäß einem Antrag aus der Mitte der Delegierten berichtet Manon Tuckfeld zu Verlauf und vorläufigem Beschluss der Verhandlung am 22. Dezember 2025 vor dem Verwaltungsgericht zu Frankfurt am Main. Auch hierzu wird demnächst ausführlich Stellung bezogen und im Anschluss auf der Homepage veröffentlicht werden. Herausgestellt wird dabei der presseöffentlich dokumentierte Angriff des Hauptpersonalrates gegen den Gesamtpersonalrat Schule RTWI, die gemäss eines aktuell vorliegenden Antrags des Landesverbands formulierte Bitte an den Hauptpersonalrat Schule, „sich zurückzunehmen“, wird betont und konkretisiert. Einstimmig Zustimmung findet der vom KV Odenwald eingebrachte Änderungsantrag und den darin enthaltenen Forderungen zum Unterlassen eines gewerkschaftsschädigenden Verhaltens durch die Mitglieder im HPRS.